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Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler: Erhebliches Suchtpotenzial, etwa 560.000 Menschen kommen nicht mehr vom Computer oder Smartphone los

19 Aug Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler: Erhebliches Suchtpotenzial, etwa 560.000 Menschen kommen nicht mehr vom Computer oder Smartphone los

Anlässlich der diesjährigen Gamescom – der international größten Computerspielmesse – weisen die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf die Risiken einer exzessiven Nutzung von Computerspielen, Internet, und Smartphone hin. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler: „Die Digitalisierung verändert unser Leben wie kaum eine andere Neuerung. Sie schafft Möglichkeiten, an die vor 20 Jahren noch nicht zu denken war.

Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler (BPA/ Denzel)

Bei aller Euphorie müssen wir aber auch die Risiken im Blick haben. Aktuelle Zahlen zeigen, dass allein in Deutschland etwa 560.000 Menschen nicht mehr vom Computer oder Smartphone loskommen. Häufig sind Computerspiele der Grund. Einige der populären Online-Rollenspiele weisen ein erhebliches Suchtpotenzial auf. Computerspiele können ohne Frage bereichernd sein, mir ist aber wichtig, dass die Spieler immer die Kontrolle behalten! Wenn es um eine vernünftige Online-Offline-Balance geht, sind alle gefragt: Eltern, Schulen und natürlich auch die Politik.“

Zur Prävention der exzessiven Computerspiel- und Internetnutzung richtet sich die BZgA seit 2011 mit dem Programm „Ins Netz gehen“ (http://www.ins-netz-gehen.de) an Jugendliche ab 12 Jahren und ihre Eltern sowie an Lehrkräfte. Im Rahmen des Programms hat die BZgA das Präventionsangebot „Net-Piloten“ für Schulen entwickelt und erprobt. Die „Net-Piloten“ sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe acht, die speziell geschult werden, um jüngeren Mitschülern Informationen rund um Computerspiele und Internetangebote, deren Risiken und Wirkungen sowie Informationen zum verantwortungsvollen Umgang näher zu bringen. Auf der Gamescom sind die „Net-Piloten“ in Halle 10.2 auf dem Stand des Jugendforums NRW vertreten.

Foto: Angela Parszyk /pixelio.de

Foto: Angela Parszyk /pixelio.de

„Aufgrund der positiven Ergebnisse der Testphase plant die BZgA, die ‚Net-Piloten‘ in den nächsten Jahren auch bundesweit anzubieten“, erklärt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Computer- und Internetnutzung sind für Jugendliche heutzutage Teil des Alltags. Aktuelle Studien zeigen, dass rund 80 Prozent der 12- bis 19-Jährigen täglich online sind. Etwa 92 Prozent besitzen ein Smartphone. Deshalb ist es wichtig, die Risiken zu kennen, die gerade von Internetspielen, aber auch von sozialen Netzwerken ausgehen. Wer permanent im Internet unterwegs ist und dabei Freunde, Familie und Hobbies vernachlässigt, kann bereits suchtgefährdet sein.“

Foto: Lupo/pixelio.de

Foto: Lupo/pixelio.de

Für Suchterkrankte bietet das LWL-Universitätsklinikum für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Ruhr-Universität Bochum seit einigen Jahren Hilfen an: Im Rahmen der Gamescom stellt Dr. Bert te Wildt, Oberarzt der Ambulanz der Klinik, erstmals den neu entwickelten Online-Ambulanz-Service für Internetsüchtige (OASIS) vor: „Wie Streetworker bei Drogensüchtigen wollen wir die Internetabhängigen dort abholen, wo ihre Sucht entstanden ist, nämlich im Netz. Betroffene werden in einer Online-Sprechstunde per Webcam erreicht und deutschlandweit in spezialisierte Beratungs- und Therapieeinrichtungen vermittelt.“

Auf der Gamescom können Interessierte am Stand der Net-Piloten an einem Internet-Terminal ihr eigenesInformationsangebote der BZgA zum Thema:

Internetportal http://www.ins-netz-gehen.de mit Verhaltensänderungsprogramm „Das andere Leben“ (https://www.ins-netz-gehen.de/das_andere_leben/home)

Multiplikatoren-Internetportal http://www.multiplikatoren.ins-netz-gehen.de mit persönlichem Beratungsangebot für Eltern (http://www.multiplikatoren.ins-netz-gehen.de/multiplikatorenberatung)

Peer-Projekt in Schulen: Die „Net-Piloten“ (http://www.multiplikatoren.ins-netz-gehen.de/net-piloten/ziele-und-inhalte/der-peer-ansatz)