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GdP-Vorsitzende Uwe Petermann: „Seit langem warnen wir vor den Folgen des jahrelangen Personalabbaus bei der Polizei.“

29 Mai GdP-Vorsitzende Uwe Petermann: „Seit langem warnen wir vor den Folgen des jahrelangen Personalabbaus bei der Polizei.“

Mehr Personal fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) angesichts der dramatisch gestiegenen Zahl der Wohnungseinbrüche. Für den sachsen-anhaltischen GdP-Vorsitzenden Uwe Petermann ist die Zunahme der Einbruchskriminalität keine Überraschung: „Seit langem warnen wir vor den Folgen des jahrelangen Personalabbaus bei der Polizei.“ In Sachsen-Anhalt wurden von 2006 bis 2016 insgesamt 1941 Polizeivollzugsbeamte abgebaut. Das sind 25 Prozent der Polizeibeamten.

Die Wohnungseinbrüche steigen kontinuierlich an:

Wohnungseinbruchdiebstahl Tageswohnungseinbruch Boden- / Kellereinbrüche Aktive Polizeivollzugsbeamte
2006 2349 724 4543 7792
2015 2795 943 8677 5851
Steigerung + 18,99 % + 30,25 % + 91,00 % – 24,9 %


Die Einbrecher haben leichtes Spiel, wenn wegen des Personalmangels immer weniger Polizisten auf den Straßen Streife fahren können.“ 

Die Zahl der Einbruchsdelikte ist im vergangenen Jahr laut polizeilicher Kriminalitätsstatistik wieder um rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Seit einigen Jahren schon ist ein Anstieg dieser Deliktsarten festzustellen.

Uwe Petermann 2013

Uwe Petermann, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei in Sachsen-Anhalt.

16.000 Stellen wurden in den vergangenen Jahren bundesweit bei der Polizei abgebaut, auch in Sachsen-Anhalt sind 25 Prozent Polizisten weniger unterwegs als vor 10 Jahren, wie aus Untersuchungen im Auftrag der GdP hervorgeht. 

Seit 1998 ist die Zahl der Polizisten im Verhältnis zur Einwohnerzahl in Sachsen-Anhalt um fast zwanzig Prozent (18,89 Prozent) zurückgegangen. 

Gemessen werden dabei so genannte Vollzeitäquivalente pro tausend Einwohner. Vollzeitäquivalente zeigen an, wie hoch die Zahl der Erwerbstätigen wäre, wenn es nur Vollzeitarbeitsplätze gäbe – die Arbeitsstunden von Teilzeitbeschäftigten werden entsprechend zusammengerechnet. Die Zahl ist von 4,29 auf tausend Einwohner in 1998 auf 3,48 in 2014 gesunken. 

Die Aufklärung von Wohnungseinbrüchen und ähnlichen Delikten ist laut Petermann sehr aufwändig: „Es gibt bei Einbrüchen meist nur wenig Spuren und oft keine Zeugen. Die Aufklärung ist deshalb sehr aufwändig und braucht viel Personal. Oft sind die Täter auch in die organisierte Kriminalität verwickelt oder es sind Delikte der Beschaffungskriminalität. Drogenfinanzierung steht hier an erster Stelle.“

Um auf den Personalmangel aufmerksam zu machen, hat die Gewerkschaft der Polizei bereits im vergangenen Jahr eine Kampagne gestartet. Unter dem Motto 

„Wir brauchen Verstärkung“ fordert die GdP deutlich mehr Anstrengungen von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Personalnot bei der Polizei. Mehr Informationen unter www.wir-brauchen-verstärkung.info.